Aikido, sanft und dynamisch
Landeslehrgang am 14./15.05.2011 mit Renate Arlt, 5. Dan, in Bad Malente-Gremsmühlen
|
Im schönen Monat Mai, wenn die Landschaft grün und die Rapsfelder gelb sind, lohnt sich der Besuch in Schleswig-Holstein besonders. So kam unsere Lehrerin aus Köln in der schönsten Jahreszeit in den Norden, um uns nicht nur an ihrem Können im Bereich des Aikido teilhaben zu lassen. Mit knapp über 20 Personen waren wir ein kleiner und feiner Kreis an Trainierenden, der vom 6. Kyu bis zum 6. Dan reichte, hauptsächlich aber „schwarz“ besetzt war. Wir übten Grundtechniken, Grundlagen der Arbeit mit Tegatana, die richtige Hand- und Fußhaltung. All dies Dinge, an denen man Jahrzehnte üben kann und soll. Renates z. T. meditatives Aufwärmen verriet schon, dass sie aus einer anderen Schule kommt. Als Schülerin von Meister Asai vom Aikikai ist sie als Trägerin des 5. Dan die ranghöchste Danträgerin im Aikikai Deutschland - ein Vollprofi mit einer tollen Ausstrahlung. Typisch für ihre Schule sind große Formen und weite Ausweichbewegungen. Über Dehnübungen, die sich wohltuend von dem gewohnten sportlichen „Hüpfen“ unterscheiden, gleitet man langsam in die Aikidotechniken hinüber. Wir starteten mit einer weiten Aufnahme aus Gyaku-hanmi für Shiho-nage, galt es doch ein harmonisches Miteinander zu entwickeln. Kaite-nage Utshi und Irimi-nage aus einer weiten Führung, wobei wir darauf achten sollten, den Kontakt zum Partner die ganze Zeit zu halten. Es sieht so sanft aus, Renates Aikido, doch schon vor ein paar Jahren bei dem ersten Lehrgang mit ihr hatte ich gemerkt, wie präzise und unerbittlich ihre Techniken sind. Sie funktionieren einfach prima und tun bei Widerstand höllisch weh. So flogen denn auch bei Sankyo die Ukes über die Matte, nachdem sie brav rückwärts gelaufen waren. Man hätte sie halbe Mannschaft auch am ausgestreckten Arm verhungern lassen können, so hübsch war der Haltehebel... Ein besonderes Highlight war die Übungseinheit Iaido. Da Renate ebenfalls Jaido-Meisterin ist, hatte der AVSH sie gebeten, eine Übungseinheit vorzusehen, damit wir gegenüber der traditionellen Waffe der Samurai das richtige Verständnis und damit auch die nötige Achtung vor der Waffe entwickeln können. Auch im Iado ist Renate äußerst versiert und souverän. Mit spielerischer Leichtigkeit und dem nötigen Ernst vermittelte sie die Faszination dieses sehr innerlichen Weges der Kampfkünste. Während die meisten Aikidoschüler in Malende mit dem Bokken das „Schwertziehen“ übten, wird in der Regel beim Iaido mit dem Metallschwert, dem Iaito geübt. Nach einigen Grundübungen wie der richtigen Fußstellung, dem richtigen Gehen, dem korrekten Schnitt - woran man auch wieder Jahre übt - begannen wir die erste Seitei-Iai Kata mit Namen Mae zu üben. Die Kata in Iaido übt man für sich allein, ohne Partner. Der Angreifer existiert nur in der Vorstellung. Seinem Angriff gilt es zuvor zu kommen und den Gegner mit ein oder zwei Schnitten symbolisch niederzustrecken. Das Schwert wird nach den Schnitten symbolisch durch das Blutabschlagen (Chiburi) gereinigt, bevor es wieder, ebenso rituell genormt, in die Saya gesteckt wird. Mir hat das alles sehr viel Spaß gemacht. Ich habe wieder mal Blut geleckt. Aber man kann leider nicht alles machen. Der Lehrgang mit Renate war sehr faszinierend und brachte neben den tollen „technischen Infos“ auch ein besonderes Feeling für die Geheimnisse, die es auf dem Weg des Aiki noch zu studieren und entdecken gibt. Frauke Drewitz, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit des AVSH
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||