Verteidigung gegen Fußtritte
- Ein besonderer Lehrgang mit Frank Zimmermann -
Landeslehrgang am 26./27.11.2011 in Bad Malente-Gremsmühlen
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An zwei grauen Novembertagen versammelten sich ca. 40 Aikidoka in Malente, um bei Frank Zimmermann, 5. Dan DAB aus Gera, Aikido mal etwas anders zu erleben. Techniken gegen Fußtritte standen auf dem Programm. Da diese Form der Abwehr im DAB Prüfungsprogramm nicht verpflichtend vorgeschrieben ist, werden Fußtritte eher weniger geübt. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigte, dass die Aikidoka durchaus neugierig waren. Und wir wurden nicht enttäuscht. Drei Tritte übten wir: Mae Geri, den Fußtritt nach vorne, Yoko Geri, Fußtritt zur Seite und Mawashi Geri, den Halbkreisfußtritt. Trotz hinführender Vorübungen fiel es denjenigen, die keine Karate- oder TaeKwonDo-Vorerfahrungen hatten, nicht ganz einfach, die Tritte sauber auszuführen. Auch das muss halt lange und sorgfältig geübt werden. Alle waren aber über die drei Einheiten hochkonzentriert dabei. Das war sowohl für Uke als auch für Nage besonders wichtig. Wenn ein Fußtritt trifft, kann es schon wehtun; wenn man nicht optimal tritt, nehmen es einem die Zehen übel. Außerdem kann man doch nicht so gut rollen, wenn einem das eine Bein festgehalten wird und man im Kaite-nage wie der Blitz durch die Gegend gedreht wird. Franks Uke Heike musste denn auch ausgiebig leiden, was sie mit Gleichmut ertrug: Vorwärts rollen und stürzen, rückwärts ebenso. Wir versuchten es ihr gleich zu tun. Im Prinzip übten wir eine Reihe von Grundtechniken, die – so Franks Erklärung – am Fuß genauso funktionieren wie am Arm. Die Feinheiten des „genauso“ hatten es dann in sich. Nach dem richtigen Ausweichen hieß es: Ran an den Partner und sich im Ausgangspunkt der Bewegung an Uke kleben, um ihn umzulenken z.B. in Irimi-nage. Am gefassten Bein übten wir u.a. eine Art Tekubi. Den Kote-gaeshi beendeten wir mit einem hübschen Knoten: Ukes Beine ineinander verknotet, stand Nage bequem und verlagerte nur das Zentrum nach vorn. Beifall klatschen war sicher... Spannend war auch die Variante: Dem Yoko Geri ausweichen und einfach an Ukes Arm zu gehen, um dann alle möglichen Bodenhebel auszuführen. Die Aufgabe war, bekannte Aikido-Techniken gegen bisher unbekannte Fußangriffe einzusetzen. Frank verstand es wunderbar, uns genügend Zeit zum Üben zu lassen, die einzelnen Elemente zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden, vom Bekannten zum Unbekannten zu gehen und die Bewegungsverwandtschaften zwischen Schlag- und Tritttechniken herauszuarbeiten. Ein weiterer Schwerpunkt war die Konzentration auf rechtzeitiges Ausweichen oder Eintreten mit Atemi, um Uke zu beschäftigen und einem weiteren Angriff in Form eines Schlages zu vor zu kommen. Frank, der neben Aikido seit langem die philippinische Selbstverteidigung Arnis unterrichtet, gelang es uns mit einer Mischung aus Effizienz und Leichtigkeit in Atem zu halten. Eine hoch spannende Erfahrung. Vielen Dank dafür. Frauke Drewitz, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit des AVSH
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