Bericht von Ingo Fassbender über die Lagerolympiade 2011

Da in diesem Jahr viele Erstteilnehmer am Samurai Camp zu verzeichnen waren, wurde entschieden, die Gruppeneinteilung zeltweise vorzunehmen. Dadurch ergab sich die Möglichkeit sich innerhalb der Zeltgemeinschaft besser kennenzulernen, etwas über Stärken und Schwächen der Anderen zu erfahren und zu einem Team zusammenzufinden. Bei vielen Stationen war Teamwork Voraussetzung für eine gute Platzierung (z.B. Sandburg bauen, Wasserträger, Blinde Kuh, Ball mit 2 Stöcken transportieren, Wackelbrett, Tiere raten).

In anderen Disziplinen konnten gute Einzelleistungen der Gruppe eine gute Platzierung einbringen (z.B. Bälle werfen, Boccia, Spinnennetz).

Um die jüngeren Teilnehmer nicht zu benachteiligen, wurden bei einigen Disziplinen die Distanzen für die 4 jüngsten Zelte reduziert (z.B. Boccia, Ballwerfen, Ball mit Stöcken transportieren). Auch der unterschiedlichen Stärke der Zeltbelegungen wurde Rechnung getragen. So wurde beim Sandburg Bauen und Wassertragen die Gesamtleistung durch die Gruppenstärke geteilt. Dadurch gewann beim Sandburg Bauen nicht die höchste Burg mit über einem Meter Höhe, sondern eine Burg mit 77cm Höhe, die aber von nur 5 Kindern geschaffen wurde.

Neben bekannten wurden in diesem Jahr 3 neue Disziplinen ausprobiert. Ein Ball musste auf 2 Stöcken von jeweils 2 Teilnehmern durch einen Slalom-Parcours balanciert, Tennisbälle mussten durch ein Loch geworfen und ein Wackelbrett musste mit Hilfe der anderen Teammitglieder in die Waage gebracht werden. Alle drei neuen Disziplinen wurden sehr gut angenommen. 

Alle Mannschaften waren hoch motiviert und zeigten vollen Einsatz. Wenn es sein musste, waren sie aber auch hochkonzentriert (z.B. Wackelbrett). Immer wieder wurden zwischendurch die Ergebnisse an den Stationen mit denen anderer Teams verglichen. So standen einige Zelte im direkten, aber freundschaftlichen, Wettstreit miteinander. Gleichzeitig hatten alle, nach eigenem Bekunden, viel Spaß und Freude. 

Die Betreuung der 10 Stationen erfolgte weitgehend durch das jeweils älteste Jungen- und Mädchenzelt. Obwohl die Leitung der Stationen ausdrücklich freiwillig war, gab es keine einzige Absage. Schon im Vorwege gab es Anfragen von Kindern, die bereits im Vorjahr eine Station geleitet hatten, ob sie dies in diesem wieder tun dürften.

Welche Stationen sie übernehmen wollten, konnten die Kinder selbst entscheiden. Dabei gab es keinerlei Probleme. Präferenzen einiger Kinder konnten erfüllt werden. Die anderen übernahmen ganz selbstverständlich die übrigen Stationen. Alle waren hoch motiviert und akribisch bei der Planung des Aufbaus der Stationen sowie der Durchführung an den Stationen.

Zehn Aufgaben waren zu absolvieren.

Bei Boccia, Sandburgbauen, Ballwerfen kam es auf Geschicklichkeit und Technik an.

Bei der „blinden Kuh“ wurde die Gruppe mit verbundenen Augen von einem Führer durch einen Parcours im Wald geführt. Vertrauen und Synchronisation waren hier die ausschlaggebenden Elemente. Die vorherige Einigung wo rechts und links liegt brachte einen klaren Vorteil.

Beim Hindernis-Parcours musste sowohl ein vertikales (ohne Berührung) als auch ein horizontales, „Spinnennetz“ überwunden werden. Dabei hatten die Kleineren Vorteile in der Horizontalen, weil sie sich besser durch die Lücken zwängen konnten. Die längeren Beine der größeren Kinder brachten einen gewissen Vorteil in der Vertikalen. Die Mädchen zeigten dabei insgesamt ein etwas besseres Körpergefühl. Jeder fand aber seine eigene Technik, ob einfach mit hoher Geschwindigkeit auf „gut Glück“ oder mit Überlegung, welche Löcher bzw. Strecke zum Durchsteigen am besten geeignet waren.

Das „Wassertragen“ erforderte Ausdauer und Kreativität, da keine Hilfsmittel, wie z.B. Becher, zur Verfügung gestellt wurden. Neben Händen, T-Shirts und Schuhen wurden allerlei andere Möglichkeiten gefunden, die Eimer zu füllen. Neben Mund und Bikini-Oberteilen wurden u.a. auch die langen Haare einiger Mädchen genutzt, um Wasser zu transportieren.

Die Slackline wurde in diesem Jahr mit einer Hilfsleine versehen. So fiel es den Kindern erheblich leichter, die Line zu überwinden. Dadurch hatten sie mehr Spaß bei der Sache und konnten mehr Erfolgserlebnisse verbuchen.

Beim „Tiere Raten“ mussten Tiere pantomimisch dargestellt und von der Gruppe erraten werden. Talent zur Darstellung waren hier genauso gefragt wie der Mut, sich vor den Anderen, im wahrsten Sinne des Wortes, „zum Affen“ zu machen.

Neu war das „Ball Balancieren“. Auch hier musste die Abstimmung klappen, damit der Ball nicht von den Stöcken rutschte. Zusätzlich kam es auch auf Geschwindigkeit an, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Ebenfalls zum ersten Mal dabei war das „Wackelbrett“. Geschicklichkeit, Körpergefühl, Abstimmung und exakte Anweisungen waren hier der Schlüssel zum Erfolg. Der jeweils Aktive auf dem Wackelbrett konnte die Libelle der Wasserwaage nicht selbst sehen und musste die Kommandos der anderen Teilnehmer umsetzen, um das Brett in die Waage zu bringen.

Insgesamt waren die Leistungen der Gruppen relativ ausgeglichen. Spitze und Mittelfeld lagen sehr eng beieinander. Nach Auswertung der 10 Disziplinen konnte keine signifikante Benachteiligung durch Alter oder Geschlecht festgestellt werden. Das zweitjüngste Zelt konnte die Lagerolympiade sogar gewinnen. Auch wenn es kein Mädchenzelt auf die Medaillenränge geschafft hat, belegten die Mädchen als Block das nachfolgende Mittelfeld. Spinnennetz, Tiere raten und Blinde Kuh konnten die Mädchen eindeutig dominieren. Dabei muss ebenfalls berücksichtigt werden, dass nur 4 der 10 Gruppen aus Mädchen bestand, also nur ein gutes Drittel.